„Nie wieder“ heißt Verantwortung: Für Solidarität mit Jüdinnen und Juden – gegen jeden Antisemitismus

Das Jahr 2025 war das tödlichste Jahr für Jüdinnen und Juden in der Diaspora seit 1994. 20 Jüdinnen und Juden wurden letztes Jahr in der Diaspora ermordet. Weltweit wurden allein seit dem 7. Oktober 2023 über 50 Synagogen angegriffen – teilweise mit Schusswaffen oder Brandsätzen.

Das ist nicht nur erschreckend, es ist politisches Versagen. Jüdinnen und Juden müssen überall auf der Welt sicher sein. Sie müssen aktiv vor Antisemitismus, Gewalt und Verfolgung geschützt werden, wenn wir wirklich aus der Geschichte gelernt haben wollen.

„Nie wieder“ darf nicht zu einem ritualisierten Gedenken verkommen. Ein alljährliches „Nie wieder“ am 27. Januar und 9. November ist nichts wert, wenn es nicht bedeutet, sich immer und überall gegen jeden Antisemitismus zu stellen, sich mit ihm auseinanderzusetzen, ihn zu verstehen und überall zu erkennen. Ein alljährliches „Nie wieder“ ist nichts wert, wenn es so leise gesagt wird, dass es nur ein Lippenbekenntnis bleibt, eins das verfliegt, sobald es ausgesprochen ist und nicht umgesetzt wird in Taten. Ein „Nie wieder“ ist nichts wert, wenn es zum „Nie wieder ist jetzt“ gemacht wird, aber keine Jüdinnen und Juden meint, sondern alle anderen – außer Juden. Den millionenfach ermordeten Jüdinnen und Juden zu gedenken, bedeutet, sich schützend vor die lebenden zu stellen. Das ist unsere Verantwortung.