Der neu gegründete Arbeitskreis »Antiautoritäre Linke« will mit dem antizionistischen Kurs der Linkspartei-Nachwuchsorganisation Solid brechen und sich gegen das autoritäre Gehabe der eigenen Genossen wehren.

Es war nicht nur der Beschluss, der für Aufsehen sorgte, sondern auch der Umgang mit Mitgliedern, die sich dem antizionistischen Kurs nicht anschließen wollten. Hannah Akgül, die Landessprecherin der Linksjugend Saarland, berichtete in einer ARD-Dokumentation von Drohungen, die schon vor dem Kongress losgegangen seien: »Es gab Nachrichten wie: Leckt Eier, ihr Hurensöhne, in 21 Tagen werden Köpfe rollen. Es gab Chat-Verläufe, wo von Säuberungen gesprochen wurde, also Säuberungen von Zionisten.« Sie habe noch nie »so viele Menschen weinen sehen wie auf diesem Bundeskongress«.

Welsch warnt: »Was bei uns passiert, wird auch die Partei noch einholen.« Der Arbeitskreis solle als Rückzugsort für all diejenigen dienen, die in ihren Gruppen bedroht und verdrängt wurden. Sie verdeutlicht: »Wir wollen nicht zusehen, wie dieser Verband zu einer weiteren K-Gruppe verkommt.« Für sie stehe fest: »Wir kämpfen so lange, wie es uns braucht.«