Etwa jeder vierte Mensch in Deutschland leidet an einer Fettleber, oft verursacht durch den Lebensstil. Jetzt hat die EU-Arzneimittel-Agentur erstmals ein Medikament für die Fettleber im fortgeschrittenen Stadium zugelassen. Von Nadine Becker.
Übergewicht ist eine Krankheit und mittlerweile wissen wir auch deutlich mehr über die Ursachen. Es ist völlig daneben jetzt hier wieder dieses mittelalterliche Bild von Übergewichtigen als willensschwache Sünder auszupacken. Ist echt nicht super und absolut nicht hilfreich.
Das stimmt sicherlich und wenn sofort immer der Ratschlag an übergewichtige Menschen kommt “dann friss halt weniger”, ist das natürlich nicht hilfreich.
Trotzdem kommt es mir aber bei diesen Medikamenten (wie bspw. auch der Abnehmspritze) vor, als würden schlussendlich die Symptome und eben nicht die Ursachen bekämpft.
Auch wenn die Ursachen nicht immer mangelnde Selbstdisziplin sind, folgt das Übergewicht meist aus einer ungesunden Lebensweise, welche durch solche Gegenmaßnahmen nur eingeschränkt oder gar nicht geändert wird.
Trotzdem kommt es mir aber bei diesen Medikamenten (wie bspw. auch der Abnehmspritze) vor, als würden schlussendlich die Symptome und eben nicht die Ursachen bekämpft.
Warum soll sich das denn gegenseitig ausschließen?
Da schwingt schon ein bisschen “selbst schuld, die sollen dafür leiden” mit wenn Linderung der Symptome als etwas schlechtes dargestellt wird.
Denn Adipositas ist eine Krankheit. „Adipositas entsteht nicht, weil die Betroffenen zu viel essen – die Betroffenen essen zu viel, weil sie an Adipositas erkrankt sind“, sagt Timper. Auch wenn Adipositas nicht als psychische Erkrankung gilt, liegt ihre Ursache vor allem im Gehirn.
Hier sind die komplexen Mechanismen, die unseren Appetit und unser Essverhalten regulieren, verankert. Geraten sie aus dem Gleichgewicht, kommt es zum Überessen – und am Ende oft zu einer Erkrankung, die vor allem durch erhöhte Fettmasse gekennzeichnet ist. Mit vielen negativen Folgen für die Gesundheit.
Doch wenn die Menschen nicht schuld an ihrer Adipositas sind, wer dann? Wie bei fast jeder Erkrankung gibt es eine Veranlagung, die das Risiko erhöht. „Bei Adipositas ist die genetische Beteiligung vergleichsweise hoch“, sagt Timper. Man schätzt den Anteil auf bis zu 70 Prozent. Belastungen wie Missbrauch in der Kindheit oder Verluste lassen die Wahrscheinlichkeit, dass es zur Erkrankung kommt, weiter steigen, genauso wie chronischer Stress.
Hinzu kommen Einflüsse, die bereits auf den Embryo einwirken, etwa ein erhöhter Insulinspiegel der Mutter. Hungerkuren fördern die Erkrankung zusätzlich. „Eine Crash-Diät kann dazu führen, dass der Körper seinen Grund-Energieumsatz drastisch senkt“, erklärt Timper. Dieser Energiesparmodus hält lange, vielleicht sogar lebenslang an.
Bei Messungen stellt sie oft einen Grundumsatz von nur 1100 bis 1300 Kilokalorien fest: „Das haben Sie schnell gegessen.“ Normalerweise gilt als Richtwert für Erwachsene ein Grundumsatz von rund 2000 Kilokalorien am Tag.
Es gibt auch diese Berichte von Menschen, die Abnehmspritzen genommen haben und völlig überrascht waren, wie sehr das Verlangen nach Nahrung aufgehört hat. Auf jeden Fall ist es totaler Quatsch, wenn man jetzt den Leuten individuelles Versagen vorwirft
Übergewicht ist eine Krankheit und mittlerweile wissen wir auch deutlich mehr über die Ursachen. Es ist völlig daneben jetzt hier wieder dieses mittelalterliche Bild von Übergewichtigen als willensschwache Sünder auszupacken. Ist echt nicht super und absolut nicht hilfreich.
Das stimmt sicherlich und wenn sofort immer der Ratschlag an übergewichtige Menschen kommt “dann friss halt weniger”, ist das natürlich nicht hilfreich. Trotzdem kommt es mir aber bei diesen Medikamenten (wie bspw. auch der Abnehmspritze) vor, als würden schlussendlich die Symptome und eben nicht die Ursachen bekämpft. Auch wenn die Ursachen nicht immer mangelnde Selbstdisziplin sind, folgt das Übergewicht meist aus einer ungesunden Lebensweise, welche durch solche Gegenmaßnahmen nur eingeschränkt oder gar nicht geändert wird.
Warum soll sich das denn gegenseitig ausschließen?
Da schwingt schon ein bisschen “selbst schuld, die sollen dafür leiden” mit wenn Linderung der Symptome als etwas schlechtes dargestellt wird.
Ich sage ja auch nicht, dass das etwas schlechtes ist. Nur sollte klar sein, dass damit nicht alle ursächlichen Probleme gelöst werden.
Ich empfehle wirklich diesen Artikel hier: https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/adipositas/adipositas-epidemie-verstehen-ursachen-stigmatisierung-und-wege-zur-hilfe-1364051.html
Es gibt auch diese Berichte von Menschen, die Abnehmspritzen genommen haben und völlig überrascht waren, wie sehr das Verlangen nach Nahrung aufgehört hat. Auf jeden Fall ist es totaler Quatsch, wenn man jetzt den Leuten individuelles Versagen vorwirft